Berufsbild SEA Manager

„Habt ihr denn dafür schon die Landingpages gebaut?“ und „Nein das kann so nicht bleiben, das muss weiter runtergeclustert werden.“

Aus dem Wortschatz eines SEA-Managers. Wer heutzutage im Internet gefunden werden möchte, der kann sich verschiedener Werkezeuge bedienen. Er kann sich einen E-Mail Pool aufbauen, kann offline werben (ja, das geht, wer hätte das gedacht?), kann über SEO Traffic generieren, kann Social Media intensivieren, oder er wirbt online. Wie das geht? Nun eine Möglichkeit in dem Bereich bietet Google AdWords. Was Google AdWords ist? Nun um das am Besten zu zeigen öffne mal einen neuen Tab und gib dort in dem Google Suchfeld mal einen Begriff deiner Wahl ein. Zum Beispiel „Auto kaufen“. Die ersten Suchergebnisse, die du dort sowohl oben, als auch auf der rechten Seite sehen kannst sind gar keine Suchergebnisse, sondern ist schlicht und ergreifend Werbung. Diese Plätze wurden gekauft, damit in diesem Fall Nutzer, die auf der Suche nach einem Auto sind direkt auf eine bestimmte Seite kommen können. Da es verschiedene Bereiche und Branchen im Internet gibt, in denen sehr viel Geld umgesetzt wird, bleibt es nicht „nur“ bei SEO, sondern auch der Bereich SEA wird mittlerweile massiv vorangetrieben.

Was bedeutet überhaupt SEA und warum ist das für Unternehmen wichtig?
SEA bedeutet Search Engine Advertising was übersetzt soviel bedeutet wie Suchmaschinenwerbung. Durch die Fülle des Internets fällt es heutzutage sehr schwer überhaupt noch ohne Suchmaschinen zu arbeiten, was zur Folge hat, dass sehr viele Nutzer Suchmaschinen nutzen. Das haben die Suchmaschinenbetreiber natürlich schnell erkannt und haben ein Geschäftsmodell entwickelt, welches sich theoretisch recht einfach erklären lässt. Es gibt 2 Möglichkeiten, wie du auf der ersten Suchseite zu einem Begriff angezeigt werden kannst (und das möchte man ja schließlich, denn so kommen Nutzer auf die eigene Seite). Entweder deine Seite passt perfekt zu dem eingegeben Begriff des Nutzers, oder aber du wirbst für dich, nimmst Geld in die Hand und „kaufst“ dir deinen Platz auf der ersten Seite. Natürlich kann man auch so werben, dass man auf beispielsweise der dritten oder vierten Seite angezeigt wird, dennoch geht es aber meist um die erste Seite, denn die meisten Nutzer schauen sich ausschließlich die erste Seite an. Mit Suchmaschinenwerbung ist es also möglich zu einem bestimmten Begriff (auch in mehreren Versionen und Varianten) gefunden zu werden und das ohne Suchmaschinenoptimierung, sondern schlichtweg mit Geld.

Da diese Werbeplätze natürlich begrenzt sind, geht es darum die Werbeanzeigen und das Budget so zu optimieren, dass der „nennen wir ihn mal Werbealgorithmus“ erkennt, dass deine Anzeige am relevantesten ist und dich somit auf dem ersten Platz auf der Suchergebnisseite anzeigt. Natürlich möchte der Werbetreibende möglichst Kosten sparen, aber dennoch sehr häufig gut positioniert angezeigt werden. Jetzt kommt, wer hätte es gedacht, der SEA-Manager ins Spiel. Der SEA-Manager kennt die Faktoren und Prinzipien des „Werbealgorithmus“ und weiß durch beispielweise Erfahrungen und täglichen Weiterbildungen, auf welche Faktoren der Werbealgorithmus besonders achtet bei der Schaltung der Anzeigen.

Wie sieht denn so eine Anzeige aus?
Wenn man wieder einen Begriff in der Suchmaschine eingibt, denn sieht man verschiedene Möglichkeiten, wie so eine Anzeige aussehen kann. Letztendlich gibt es eigentlich immer eine Standardmöglichkeit, die aus folgenden Grundbausteinen besteht:

Überschrift
Textzeile 1
Textzeile 2
Angezeigte URL
Zielseite

Mit den neuen Enhanced Campaigns gibt es mittlerweile noch viele weitere Möglichkeiten, wie die Anzeige noch aufgewertet werden kann. So ist es beispielsweise möglich noch eine Telefonnummer in einem Extrafeld anzugeben, Nutzer haben teilweise die Möglichkeit einen Newsletter direkt über eine Anzeige zu abonnieren und man kann auch seine Google+ Seite mit den Anzeigen verknüpfen. Somit gibt es viele Möglichkeiten, wie attraktive Anzeigen erstellen kann und so Traffic für seine Seite generieren kann. Doch eine Sache sollte definitiv noch erwähnt werden, sonst heißt es später „ach das kann man auch machen“. Bisher war die Rede ausschließlich vom Suchnetzwerk. Google differenziert noch mal zwischen Suchnetzwerk und Displaynetzwerk. Im Displaynetzwerk werden noch andere Anzeigen geschaltet, die man beispielsweise bei Youtube vor einem Clip sehen kann. Hierbei handelt es sich nicht um Textanzeigen, sondern um annimierte. Bisher war auch nur die Rede von Google, allerdings bedeutet SEA nicht „Werben mit Google“, sondern „Werben mit Suchmaschinen“. Auch andere Suchmaschinen haben bezahlte Suchergebnisse, daher sollte man auch stets diese im Blick haben und gegebenenfalls mit diesen arbeiten.

Worauf achtet denn so eine Werbealgorithmus?
Welche Aufgaben hätte ich denn als SEA-Manager? Gibt es da konkrete Beispiele. Ja, natürlich gibt es auch in diesem Bereich konkrete Aufgaben. Da es sich um Werbebudget handelt, welches im Laufe eines selbst definierten Zeitraums ausgegeben wird, gilt es auch hier wie in anderen Berufen zu messen, zu analysieren, zu testen, zu optimieren und zu reporten. Es werden wahrscheinlich Werbekampagnen zu bestimmten Events/Veranstaltungen oder Specials geschaltet werden, was bedeutet, dass genau für diese Aktionen Anzeigen geschaltet werden müssen. Hier spricht sich meist der SEA-Manager mit dem Marketing ab, damit er weiß um welche Zielgruppen es sind handelt, um welchen Zeitraum, welches Budget er zur Verfügung bestellt bekommt und natürlich viele weitere Infos erhält.

Des Weiteren müssen Kampagnen und Anzeigengruppen konstant optimiert, ergänzt und verändert werden, damit stets gewährleistet ist und bleibt, dass diese optimal performen. Der SEA-Manager muss sowohl die Zielgruppe verstehen, als auch den Werbealgorithmus, wenn es darum geht Anzeigen zu erstellen und zu schalten. Er muss die Preise verändern und anpassen, muss Kampagnen pausieren, oder laufen lassen, muss entscheiden, wann eine Kampagne oder Anzeigengruppe schlecht performt und ist insgesamt für den Werbeprozess in den Suchmaschinen verantwortlich.

Dazu gehören:
Recherche von relevanten Keywords
Ermittlung des Suchvolumens hinter den Keywords
Festlegung der Keywords
Erstellung von Kampagnen und Anzeigengruppen
Erstellung von Anzeigen
Ausrichten der Anzeigen
Verteilung des Budgets
Monitoring und Beobachtung der Entwicklung
Erkennen von Trends und saisonalen Schwankungen
Anpassen der Preise
Optimierung der Anzeigen
Interpretierung von Daten
Reporting
Ableitung von Maßnahmen

Was es nicht alles gibt! Das interessiert mich schon, aber was muss ich denn dafür können?
Wenn es um die Eigenschaften geht, die man als SEA-Manager mitbringen sollte, dann kann man sicherlich gleich mehrere festhalten.


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Der Ehrgeiz. Ohne Ehrgeiz geht es schlicht und einfach nicht. Wenn man überlegt, ob das Wort Ehrgeiz überhaupt in diesen Bereich zu diesem Beruf passt – auf jeden Fall! Da es sich hier um Budget und somit Geld handelt, ist es wichtig, dass man einen Ehrgeiz entwickelt Dinge voranzutreiben und zu optimieren. Man möchte günstige Nischen finden, die trotzdem viel Traffic erzeugen, möchte gute Click Through erhalten durch effiziente Optimierung und möchte Anzeigen erstellen, die wirklich relevant sind. Zudem möchte man mit dem Werbebudget verantwortungsvoll umgehen und es bestmöglich einsetzen. Man möchte sich täglich weiterbilden, möchte auf dem neuesten Stand bleiben und möchte die neuesten Optimierungsmöglichkeiten erfahren, damit die Anzeigen noch besser werden.

Sehr interessante Beschreibung – diese Informationen möchte ich gern auf Twitter teilen

Du verfügst über ein gutes Zahlenverständnis? Umso besser, denn wenn es um die Interpretation von Daten geht, denn wirst du mit Zahlen arbeiten (müssen!). Aus diesem Grund solltest du über ein gutes Verständnis im Bereich Zahlen verfügen und dir sollten Analysen keine Probleme bereiten. Zudem bist du in der Lage Budgets und Etats optimal einzusetzen.

Zuverlässigkeit
Ein falsch gesetztes Komma und aus einem Tagesbudget von 100€ werden 1000€. Dieser Satz sollte eigentlich schon alles beinhalten, wenn es um das Thema Zuverlässigkeit geht. Du verwaltest ein Werbebudget und somit reales Geld, was bedeutet, dass es dein Job ist, dass dieses optimal eingesetzt wird. Hier dürfen keine Fehler gemacht werden, denn diese wirken sich meist direkt monetär aus, was sehr prekär sein kann. Aus diesem Grund bist du zuverlässig, weißt mit der großen Verantwortung umzugehen und man sich auf dich verlassen. Nicht nur die Abteilung, sondern auch die anderen Kollegen.

Analytisches Denken
Wer viel mit Zahlen und Geld arbeitet, der benötigt ein gutes analytisches Denken. Dieses Denken hilft einem Potentiale zu erkennen genau so wie Schwächen und sorgt dafür, dass es einem nicht schwer fällt mit Daten zu arbeiten. Man erkennt so Trends und Schwankungen und kann sich so zu jeder Zeit auf seine fundierten Erkenntnisse beziehen und mit diesen weiterarbeiten.

Du bist extrovertiert, nimmst gern mal den Telefonhörer in die Hand und zeigst Kollegen gern woran du arbeitest, sodass alles transparent ist? Perfekt, denn eine wichtige Eigenschaft eines SEA-Managers ist die Kommunikationsfähigkeit. Sei es mit Verantwortlichen der Suchmaschine, sei es mit Vorgesetzten, sei es mit Kollegen, man sollte das Gespräch nicht scheuen. Es ist wichtig, dass es einen regen Austausch gibt und alle stets wissen, was in nächster Zeit geplant ist, was der aktuelle Stand ist und was beispielweise letzten Monate passierte. Hier können dann eigene Ergebnisse präsentiert werden.

Du kannst gut mit Tools arbeiten?
Wer gern mit Tools arbeitet, dem wird der Job als SEA-Manager gefallen, denn Tools erleichtern den Arbeitsalltag eines SEA-Managers. Mit diesen kann er Daten analysieren, kann Zeit sparen, oder auch leichter optimieren, von daher bietet es sich an ein bisschen toolaffin zu sein.

Das klingt alles super, wie kann ich denn ein SEA-Manager werden?
Wenn du wirklich ein SEA-Manager werden möchtest, dann kannst du versuchen dich direkt in Agenturen zu bewerben. Es bietet sich natürlich an ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert zu haben, oder eine vergleichbare Ausbildung vorweisen zu können, allerdings sind auch Quereinstiege möglich. Wichtig ist zu zeigen, dass man zuverlässig ist, marketingorientiert, lernwillig und in der Lage ist mit Zahlen, Daten und Geld umzugehen. Ein Praktikum in dem Bereich ist meist ein guter Einstieg, wenn es darum geht tiefer in die SEA-Materie vorzudringen.

Was kann man denn in dem Bereich so verdienen?
Schaut man im diversen Foren nach, dann liegt das Durchschnittsgehalt eines SEA/SEM Managers zwischen 28.- 42.000 Euro im Jahr (brutto). Allerdings gilt hier, wie auch in sehr viele anderen Berufen, dass es auf das Unternehmen ankommt bzw. die Position, die man in dem Unternehmen bekleidet. Es kommt auf die Verwaltung des Budgets an, es kommt auf die Verantwortung an, es kommt darauf an, wie lange man schon in dem Beruf tätig ist (ein Senior-Consultant wird mehr verdienen, als ein Junior-Consultant) und natürlich auf viele weitere Faktoren. Aus diesem Grund sollte man, wenn man in dem Bereich arbeiten möchte, eigene Erfahrungen machen.

Wie würde denn so ein Alltag aus Sicht eines SEA-Managers aussehen? Kann man das irgendwie in Worte fassen?
Nun, man kann es natürlich versuchen. Wie auch schon in anderen Artikeln geschrieben, kann man einen Arbeitstag am Leichtesten aus der EGO-Perspektive schreiben, darum werden wir das jetzt hier auch mal anweden.

„Es ist 8 Uhr morgens, die Kaffeemaschine brummt und nachdem man den Rechner eingeschaltet hat, geht’s Richtung Kaffeemaschine um sich den ersten Becher zu genehmigen. Solange der Rechner hochfährt kann ich ja schon mal einen Blick auf meine ToDo Liste werfen, die noch prall gefüllt ist. Langweilig wird mir heute wahrscheinlich nicht. Na endlich ist der Rechner hochgefahren, mal sehen, was so an E-Mails reingeflattert sind. Aha, treffen um 10:30 Uhr mit der Marketing-Abteilung bezüglich einer neuen Rabattaktion. Mal schauen, was die geplant haben. Bis dahin kann ich ja schon mal die Zeit nutzen und mir die Zahlen der letzten Rabattaktion anschauen, ist ja schließlich nicht das erste Mal.

Es ist 12 Uhr, mein Notizzettel ist randvoll und mich mache mich schon mal daran eine Keywordrecherche zu erstellen. Hier suche ich mir die wichtigsten Keywords für diese Aktion heraus und fange an diese thematisch zu clustern. Wenn soetwas wirklich gut werden soll, dann brauche ich dafür mehrere Tage, deswegen orientiere ich mich erst einmal an der alten Aktion. In wenigen Minuten ist auch schon Mittagszeit, die letzten zwei Stunden vergingen wie im Flug. Mittlerweile ist es schon 15 Uhr und es wird Zeit mit dem monatlichen Report für die nächste Woche anzufangen. Dafür muss ich mir erst einmal die relevanten Daten und KPIs ziehen und diese am Besten gleich noch interpretieren, damit ich einen Ausblick geben kann, wie sich die Zahlen nächste Woche entwickeln werden. Auch das braucht wieder seine Zeit. Meine ToDo Liste ist zwar nicht mehr ganz so voll, aber die nächsten Wochen werde ich noch gut zu tun haben, vor allem wenn man an die Rabattaktion, den Report und die tägliche Optimierung denkt. Auch das Monitoring muss noch weiter verbessert werden, ich werde mal schauen, wie ich mir dafür ein Dashboard bauen kann. Allerdings werde ich dazu wohl erst morgen kommen, denn die letzten zwei Stunden saß ich an meiner Tabelle und habe Budget für die kommenden Kampagnen geplant. Nun ist es auch schon 18 Uhr, Zeit Feierabend zu machen.

Kevin Jackowski

Kevin Jackowski

Kevin Jackowski ist Online Marketing Experte und Gründer des Portals OnlineMarketingEinstieg.de. Er ist Fachautor, Mitglied im XOVI Expertenrat, Speaker und hält eigene SEO Seminare.

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